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Allgemeine Infos

Mit dem Projekt „Stadt - Land - Fluss – Naturschutz und Landwirtschaft Hand in Hand für Rottenburg a. d. Laaber“ soll die aus dem Modellprojekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ entwickelte kommunale Biodiversitätsstrategie für die Stadt Rottenburg a. d. Laaber gezielt umgesetzt werden.
Das Projekt umfasst folgende vier Handlungsfelder: Agrarlandschaft / Biotopverbund, kommunales Flächenmanagement, Verbesserung regionaler Wertschöpfungskreisläufe und Bewusstseinsbildung / Öffentlichkeitsarbeit.
Es stellt aber nicht nur ein Pilotprojekt für die Umsetzung von Arten- und Biotopschutzzielen auf kommunaler Ebene, mit regionalen Akteuren, dar, sondern es sollen darüber hinaus kommunalspezifische Handlungsansätze für ländliche Kommunen - insbesondere in intensiv genutzten Agrarlandschaften - in ganz Bayern erarbeitet werden.

Übersicht Handlungsfelder

Imagefilm Stadt-Land-Fluss


1. Biotopverbund


1.1. Biotopverbundkonzept

Das Büro Landimpuls erfasste über den Sommer 2021 für ein Teilgebiet vorhandene Biotope und Biotopverbundstrukturen am PC sowie über Kartierungen im Gelände. Diese systematischen Erfassungen bildeten die Grundlage für ein Konzept zur Anlage ergänzender Biotopverbundstrukturen (z.B. Hecken, Säume, Gewässerrandstreifen…), das Zug um Zug gemeinsam mit interessierten Landwirten umgesetzt werden soll.
Seit Sommer 2022 finden Beratungsgepräche mit interessierten Landwirten statt.
Eine Möglichkeit zur Finanzierung solcher Maßnahmen ist z.B. das Vertragsnaturschutzprogramm. Hier findet man Informationen dazu - erarbeitet von der Regierung von Niederbayern, Höhere Naturschutzbehörde, mit finanzieller Unterstützung durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz):
https://www.youtube.com/watch?v=xGaA_aCRFSE

2021-05-27 Presseartikel Rottenburger Anzeiger: Biotopverbund

IMG 2021-05-21 Biotopverbundkonzept


1.2. Quellenkonzept

Unter Federführung des Bund Naturschutzes wurden über den Sommer 2021 Quellen im Gemeindegebiet aufgenommen. Derzeit erfolgt die digitale Aufbereitung der Daten. Die Erhebungen dienen als Grundlage für Verbesserungen, wo erforderlich und möglich. Ein Konzept dafür soll Anfang 2023 erarbeitet werden.

2021-03-10 Presseartikel Quellen

IMG 2021-05-07 Quellenkartierung


1.3. Kiesgruben

Artenhilfsmaßnahmen in der Kiesgrube Pritsch
Im November 2021 wurden in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband Landshut und der Fa. Pritsch folgende Artenhilfsmaßnahmen durchgeführt:

  • Abstechen der Steilwand (für Uferschwalben, Bienenfresser, Wildbienen)
  • Modellieren einer flachen Landzunge (für Amphibien und Flussregenpfeifer)

Da die Landzunge während der Brutzeit des Flussregenpfeifers nicht mehr betreten werden soll, wurde zum Schluss ein Schild aufgestellt - gestaltet von FOS-Praktikantin Lara.
Vielen Dank an alle Beteiligten für die Bereitschaft zur Umsetzung dieser Maßnahmen und vor allem die unentgeltliche Durchführung!

2021-11-27 Presseartikel Rottenburger Anzeiger: Kiesgruben

IMG 2021-11-19 Pritsch-Bagger

IMG 2021-11-19 Pritsch-Weiher


1.4. Artenschutz

1.4.1. Gebäudebrüter Storch

2022-03-10_Presseartikel Rottenburger Anzeiger: Storch

IMG 2022-03-10 Storch_1

IMG 2022-03-10 Storch_2

IMG 2022-03-10 Storch_1

1.4.2. Gebäudebrüter Turmfalke

2021-03-19_Presseartikel Rottenburger Anzeiger: Turmfalke

1.4.3. Gebäudebrüter Spatzen

2022-05-05 Presseartikel Rottenburger Anzeiger: Spatzen

Logo Huber

Logo Loibl

IMG 2022-05-05 Spatzen

1.4.5. Wiesenbrüter

Kiebitzschutz im Labertal
Seit Anfang 2022 besitzt die Stadt einen Zaun für den Kiebitz-Brutplatz auf der Wasserbüffelweide im Labertal. Dieser soll aufgestellt werden, nachdem das Nest genau verortet wurde, und dient dann dem Schutz vor Fressfeinden wie z.B. dem Fuchs. Finanziert wurde der Zaun durch die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Landshut. Bei der Umsetzung arbeiten Manfred Dichtl vom Landesbund für Vogelschutz (Lokalisierung des Nests) und der Landwirt Sepp Lang (Aufstellen und Betreuen des Zauns) zusammen.
Leider hat uns 2022 bei der 1. Brut das nasskalte Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und bei einer vermuteten 2. Brut haben die Eltern das Nest so geschickt platziert, dass eine genaue Lokalisierung aus der Ferne nicht möglich war. Der neue Zaun kommt deshalb erst voraussichtlich 2023 zum Einsatz.

IMG Wiesenbrüterfreund Lang Sepp


1.5. Obstbäume und Hecken

Pflege von Hecken und Obstbäumen
Seit Winter 2021/2022 werden überalterte Obstbäume am Rand von Straßen gepflegt sowie abschnittsweise überalterte Hecken auf den Stock gesetzt.

IMG Obstbaum ungeschnitten


1.6. Naturgärten

Zertifizierung von Naturgärten
Auf Initiative von Gartenbauverein und Bund Naturschutz Rottenburg wurden im Herbst 2022 insgesamt sieben Gärten im Gemeindegebieten von der Kreisfachberatung am Landratsamt als Naturgärten zertifiziert. Sie erfüllen damit Mindeststandards, um Tieren und Pflanzen einen Lebensraum zu bieten.

2022-06-11 Presseartikel Rottenburger Anzeiger: Naturgärten

IMG 2022-07 Naturgarten


2. Kommunales Flächenmanagement


2.1. A.ckerwert

Zusammen mit Fachleuten und Lioba Degenfelder von A.ckerwert wurden 2020 etliche verpachtete städtische Grundstücke besichtigt und Vorschläge für eine naturverträglichere Nutzung gemacht. Die Ergebnisse fließen in die Beratungsgespräche mit den Landwirten ein.

Projektbeschreibung A.ckerwert


2.2. Labertalkonzept

Pflege- und Entwicklungskonzept Labertal 2021
Das Tal der Großen Laber bildet den aus naturschutzfachlicher Sicht wertvollsten Bereich im Gemeindegebiet.
1998 wurde für den Bereich nördlich der Scharmühle ein ökologisches Entwicklungskonzept sowie 2005 für ausgewählte Teilbereiche im Nordteil des Labertals (damalige städtische Ankaufsflächen) ein Pflege- und Entwicklungskonzept erstellt. Seitdem hat niemand mehr untersucht, welche Lebensräume und Arten genau im Labertal vorkommen.
Deshalb wurde 2021 für die öffentlichen Flächen ein Entwicklungskonzept mit Zielen und Maßnahmen zur Optimierung des Gebiets für seltene Tiere und Pflanzen erstellt. Für Flächen, die nicht in öffentlicher Hand sind, wurden zudem Aussagen zur Priorisierung beim Flächenerwerb getroffen.

Folgende Artengruppen wurden näher untersucht:

  • Vegetation / Flora
  • Vögel
  • Tagfalter / Heuschrecken
  • Amphibien

Die Ergebnisse sollen in Beratungsgespräche einfließen, so dass die Nutzung genau auf die vorkommenden Arten abgestimmt werden kann.

Pflege- und Entwicklungskonzept 2021 - Tal der Großen Laber im Gemeindegebiet der Stadt Rottenburg a.d. Laaber

IMG Kiebitz


2.3. Pflege stadt Flächen

Pflegekonzept für kommunale Flächen
Grundsätzlich sind etliche kommunale Flächen verpachtet, z.T. mit Auflagen (insbesondere im Labertal). Der Großteil wird jedoch vom städtischen Bauhof nach einem jährlichen Pflegekonzept gepflegt. Oft handelt es sich hierbei um ungünstig geschnittene oder sehr kleine (Rest-)Flächen. Zum Teil werden städtische Flächen auch von Anliegern mitgepflegt. Für all diese Flächen soll untersucht werden, ob die Pflege aus naturschutzfachlicher Sicht optimiert werden kann.
Zunächst einmal muss deshalb der aktuelle Zustand aller kommunalen Flächen ermittelt werden. Dies erfolgt mittels Luftbildauswertung am PC.  Die Flächen werden einer der folgenden Kategorien zugeordnet:

  • Offenland: Acker, Grünland, Randflächen, Feldgehölz
  • Gewässer: Fließgewässer, Stillgewässer
  • Infrastruktur: Straße / Weg, Begleitstreifen / -fläche
  • Siedlung und Gewerbe: öffentliche Grünanlage, versiegelter Platz, Spielplatz / Sportanlage, Friedhof, Gebäude, Industrie-/ Gewerbefläche
  • Wald: Laubwald, Nadelwald, Mischwald

Derzeit ist ein Mitarbeiter damit beschäftigt, allen kommunalen Flächen ihre aktuelle Nutzung zuzuordnen.

In einem nächsten Schritt soll dann der Pfleger (z.B. Bauhof oder Pächter) ermittelt werden.
Danach soll in Gesprächen mit dem Bauhof die IST-Pflege (Pflegeart und Frequenz) der unverpachteten Grundstücke ermittelt werden. Die verpachteten Grundstücke werden über das Projekt A.ckerwert bzw. die Kartierungen im Labertal bearbeitet.
Zu guter Letzt soll ein Konzept zur SOLL-Pflege in Rücksprache mit lokalen Fachleuten (z.B. untere Naturschutzbehörde, Landschaftspflegeverband, Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz, Insektenkenner, …) aber auch dem Bauhof erarbeitet werden.

IMG Pflegekonzept kommunaler Flächen


2.4. Optimierung Ausgleichsflächen

Nicht alle Ausgleichsflächen im Gemeindegebiet wurden über die Jahre vorbildlich gepflegt. Wo beispielsweise zu selten gemäht wurde, breiteten sich im Laufe der Zeit immer mehr Gehölze aus.
Eine erste Fläche bei Krumbach wurde Ende 2020 von Pappelaufwuchs befreit und wird nun wieder wie ursprünglich vorgesehen durch einen Landwirt extensiv gemäht.
Anfang 2021 folgte eine weitere Ausgleichsfläche bei Rahstorf. Hier hatten sich in den letzten Jahren Schlehen übermäßig in die Fläche hinein ausgebreitet, die von einem ortsansässigen Landwirt im Winter mit dem Traktor bzw. händisch ausgezogen wurden.

Anfang 2022 wurde durch Schüler der FOS Schönbrunn eine Fläche in der Galgenlohe von übermäßigem Ahornaufwuchs befreit. Auch diese Fläche kann nun wieder dauerhaft extensiv genutzt (d.h. hier: beweidet) werden.

IMG Freistellen Grünland


2.5. Starterkit Blühpaket

Starterkit Blühpakt
Rottenburg hat sich für eine Auswahl von 100 bayerischen Kommunen beworben, die im Rahmen des Blühpakts Bayern einen Beitrag zum Insektenschutz leisten möchten und dabei mit einem Zuschuss von 5.000 € unterstützt werden – und wir wurden ausgewählt!
Hauptsächlich entstanden nun im Frühjahr 2022 Blühflächen in den Siedungsgebieten bzw. siedlungsnahen Bereichen, es fand aber auch die Anlage eines Sandariums sowie einer Hecke statt. Randliche Bereiche werden im Winter 2022 durch Totholzhaufen bzw. Wurzelstöcke aufgewertet.

Bericht NiederbayernTV:
https://landshut.niederbayerntv.de/mediathek/video/100-bluehende_kommunen_rottenburg/

2022-04-02 Presseartikel Rottenburger Anzeiger: Starterkit

2022-04-04 Presseartikel Rottenburger Anzeiger: Umsetzung

IMG Blühfläche

IMG Sandarium von oben


3. Regionale Wertschöpfung





Workshop

IMG Workshop